Hauptinhalt

Geschichtliche Entwicklung der Klarinette

Klicken Sie auf die Grafik um sie vergrößert angezeigt zu bekommen

Die Klarinette in kleiner Darstellung

Neben den Schalmeien bestand im Mittelalter noch ein primitives klappenloses Einzelrohrblatt-Instrument, das Chalumeau, das aus dem Orient nach Westeuropa gekommen war. Seine Ursprungsinstrumente waren das altägyptische Arghúl und das mit diesem verwandte arabische Zummárab. Der Name Chalumeau wird ebenso wie der Name Schalmei auf das griechische „καλαμος“ d.h. Schilfrohr, zurückgeführt.

Das Chalumeau hatte ein zylindrisches Rohr mit 9 Grifflöchern und verfügte nur über die Töne der F-Dur-Skala von f (kleine Oktave  [Sie verlassen mein Webauftritt] ) bis zum a' (eingestrichene Oktave). Das Mundstück war kein selbstständiger Teil, sondern befand sich am Hauptrohr selbst und zwar lag das Rohrblatt an der Oberlippe des Spielers an, der feste Teil des Schnabels dagegen an der Unterlippe. An diesem Instrument stellte etwa im Jahre 1690, der in Leipzig geborene und in Nürnberg wohnhafte Instrumentenbauer Johann Christoph Denner  [Sie verlassen mein Webauftritt]  (1655-1707) die ersten Verbesserungsversuche an, die die Umwandlung in die Klarinette einleiteten.

Etwa um 1750 erhielt das Instrument - vermutlicherweise von Berthold Fritz aus Braunschweig - eine vierte und fünfte Klappe (fis-cis2 und gis-dis2). Etwas später (1789-1791) fügten der berühmte Virtuose Xavier Lefévre  [Sie verlassen mein Webauftritt]  in Paris (1763-1829) und etwa gleichzeitig die ebenfalls berühmten Klarinettisten Gebrüder Stadler in Wien, eine sechste Klappe hinzu (cis1-gis2) hinzu. In dieser Form wurde das Instrument bis zu Beethoven zeiten verwendet. Sein Klang war hart und dem der Trompete verwandt. Man nannte es deshalb Clarinetto (ital.), d.h. „kleine Trompete“, zu Deutsch Klarinette. Erst gegen Ende des 18.Jh. erhielt das Klarinettenmundstück seine heutige Form mit dem Rohrblatt auf der Unterseite.

Der Klarinettist Iwan Müller (1786-1854) konstruierte gegen 1810 eine Klarinette mit 13 Klappen und schuf dadurch die Grundlage für die gesamte moderne Klappentechnik. Im Jahre 1842 übertrug Hyacinthe Eléonore Klosé  [Sie verlassen mein Webauftritt]  (1808-1880) gemeinsam mit der Firma Buffet in Paris die Konstruktionsart des Böhmschen Klappensystems auf die Klarinette. In Deutschland baute 1867 Th. Mollenhauer die Böhm-Klarinette. Die heutige technisch außerordentlich komplizierte und hochwertige „Deutsche Normalklarinette“ wurde 1890 von Mollenhauer und Kunze gebaut. Heute wird in Deutschland allgemein die nach dem Böhm-System gebaute Oehler-Klarinette sowie die der Firma Übel verwendet.

Die Klarinette in großer Darstellung

Die Klarinette

Schliessen
Verwendung der Klarinette in der Musik
Komponist Werk Gerne
Carl Maria von Weber 2. Klarinettenkonzert Es-Dur, op.74 Orchester
Wolfgang Amadeus Mozart Konzert in A-Dur KV 622 Orchester
Jean Françaix Klarinettenquintett 1977 Kammermusik
Max Reger Klarinettenquintett A-Dur op.146 Kammermusik
Luciano Berio Sequenza IXa Solistisch