Philipp Dangas "Holde Freiheit, sei gegrüßt!"

Übungshinweis:
Lesen Sie zuerst die Partitur „stumm“, um die innere Vorstellungskraft zu entwickeln. Anschließend starten Sie die Tondatei und verfolgen sie dabei die Musik im Notenbild. Versuchen Sie an der richtigen Stelle, über das betätigen der Registerkarten, in das nächste Partiturbild zu wechseln.
Allgemeiner Hinweis:
Über das betätigen der Pfeiltasten Ihrer Tastatur können Sie die Partiturbilder wechseln. Zudem führen Sie die Maus über die eingerahmten Bereiche der Grafik, um weiterführende Informationen angezeigt zu bekommen.

Tondatei zur Partitur


Download-Größe: 2.25 MB

Ihr Browser kann die Tondatei „Holde Freiheit, sei gegrüßt!“ von Philipp Dangas leider nicht abspielen!
Quick Time“ ist erforderlich. Klicken Sie hier, um Quick Time herunterzuladen.

Partitur als PDF-Datei

Download–Größe: 1.20 MB

1.Beitrag zum Partiturbeispiel

|

Holde Freiheit, sei gegrüßt!
(Takt 9-12)
von Philipp Dangas

Instrumentation für die Klarheit einer Komposition

(Beitrag zum Analysepunkt 01)
Einführung

Jedes Element einer Komposition kann einem anderen Instrument anvertraut werden. Dieses wird erforderlich wenn die verwendeten Klangfarben getrennt voneinander wahrgenommen werden sollen. Andererseits dürfen die Farbkontraste nicht so klar in Erscheinung treten dass der gewünschte Gesamtklangcharakter gestört wird.

Analyse

Betrachten wir erstmals die Takte 9—10. Wir erkennen 4 verschiedene Linien, nämlich das Hauptmotiv (von den Violen und der 2.Cellogruppe gespielt), die Nebenstimme (1.Cellogruppe), die Basslinie (Kontrabässe). Die Stimme der Pauke dient als Verstärkung des Hauptmotivs, der Nebenstimme und der Basslinie.

Die Verstärkung des Hauptmotivs erfolgt durch der dynamischen Anpassung der Pauke zu diesem. Die der Basslinie durch das (tiefe) Register und die Verstärkung der Nebenstimme wird durch die Spieltechnik (Tremolo) realisiert.

Der Klangcharakter der dabei erzeugt wird, ist einerseits Verwandt mit dem des Heavy Metals und andererseits weist er sanfter Kontraste auf. Infolge dessen können die Stimmen getrennt voneinander gehört werden ohne die Klangwirkung zu beeinträchtigen.

Bei dieser Betrachtung wird deutlich, dass für die Klarheit einer Komposition (hier in Bezug auf den „symphonischen Heavy Metal“) die Stimmen des Satzes nicht Instrumenten anvertraut werden dürfen. Welche Farbkontraste so klar in Erscheinung treten lassen, dass der Gesamtklangcharakter empfindlich gestört wird.

Trotzdem ist es möglich auch in einem derartigen Fall (wie man an diesem kurzen Beispiel gut erkennen kann) durch die Instrumentation für die Klarheit in einer Komposition zu sorgen.

2.Beitrag zum Partiturbeispiel

|

Holde Freiheit, sei gegrüßt!
(Takt 13-16)
von Philipp Dangas

Bassklarinette und Fagott im „symphonischen Heavy Metal“

(Beitrag zum Analysepunkt 02)
Analyse

In unserer Musik spielt die Bassklarinette eine besondere Rolle. Dieses Instrument, welches zugegebenermaßen beweglicher und kräftiger als das Fagott ist, findet oftmals Verwendung als Basisinstrument für die Holzbläser. Zudem trägt die Bassklarinette zur Erzeugung des metallischen Klangcharakters bei. Vor allem die Bassklarinette in B.

Im Kontext dieses Beispiels beachten Sie zudem, dass die besondere Crescendierung– bzw. Decrescendierungsfähigkeit der Bassklarinette von großem Wert für unsere Musik ist.

3.Beitrag zum Partiturbeispiel

|

Holde Freiheit, sei gegrüßt!
(Takt 13-14)
von Philipp Dangas

Die Wichtigkeit von Pedaltönen

(Beitrag zum Analysepunkt 03)
Analyse

Der nächste größere Abschnitt unseres Partiturbeispiels beginnt im Takt 13. In den ersten beiden Takten wird das Hauptmotiv zum zweiten Mal aufgestellt und dabei nahezu das ganze Orchester verwendet.

Das Hauptmotiv wird von 4 Instrumentengruppen in Oktaven gespielt. Die obere Stimme liegt in den Flöten und den Violen, die untere Stimme in der Bassklarinette und den Celli. Der Kontrabass trägt die Basslinie vor.

Die Funktionen vom restlichen Orcheter

Pedalklänge als Nebenstimme von der 1.Cellogruppe vorgetragen.

Pedalklang Oktavverdoppelt mit wechselnder Dynamik vorgetragen vom 2. und 4.Horn in Es.

Pedalklang Oktavverdoppelt ohne Rhythmus vorgetragen von den Kontrabassposaunen.

Einstimmiger Pedalklang mit Rhythmus und wechselnder Dynamik erzeugt den Pauken.

Bemerkungen:

Diese Pedalklänge bilden das Fundament der dynamischen Instrumentation dieses Abschnittes.

Der Kontrast zwischen den beiden aktiven Linien (siehe Partitur), wirkt durch die unterschiedlich verwendeten Pedalklänge (Einstimmig, Oktavverdoppelt und rhythmisiert) „ausgeglichen“.

Sie erzeugen innerhalb des Orchesterklangs eine gemeinsame Farbe (gemeint sind die Pedalklänge der Hörner und Kontrabassposaunen). Welche durch den rhythmisierten Pedalklang der Pauken unterstrichen wird.

4.Beitrag zum Partiturbeispiel

|

Holde Freiheit, sei gegrüßt!
(Takt 17-19)
von Philipp Dangas

Die Verwendung von Nebenelementen

(Beitrag zum Analysepunkt 04)
Analyse

In meiner Instrumentation und speziell in diesem Beispiel ist es sinnvoll, das musikalische Material in 2 Gruppen zu unterteilen: Hauptelemente und Nebenelemente.

Die einen bestimmen die Hauptfunktionen (Melodie, Harmonie und Bass), während die anderen zusätzliche Farben und Effekte hinzufügen. Es handelt sich dabei um harmonische Elemente. Doch sind sie zu fragmentarisch und treten zu sporadisch auf um sie als Harmonielinie betrachten zu können. Aufgrund dessen sind sie aber nicht weniger wichtig. Betrachten Sie dazu den Analysepunkt 04a und b. Beziehungsweise den Anfang von Takt 17 und 19.

Wir haben es schon gesehen, dass in einer impresionistischen Instrumentation, wie bei Claude Debussy, diese Nebenelemente sogar wichtiger als die Hauptelemente sein können. Im vorliegenden Stück ist für meine Art zu instrumentieren, die Verwendung von Nebenelementen repräsentativ.

Der Akzent auf dem ersten Schlag jeder Zweitaktgruppe wird durch einen Pizzikato-Ton der Celli und der Kontrabässe geliefert, als auch durch einen Stakkato-Ton der Violen.

Wenn wir jetzt die Hauptelemente ausblenden und die Nebenelemente isoliert betrachten (siehe eingerahmte Noten), erhalten wir eine recht interessante Gruppe von Effekte.

Das Hinzufügen von Nebenelemente, soll demonstrieren, dass die Übertragung eines Gitarrensatzes auf das Orchester keinesfalls nur das herauszuschreiben der Stimmen bedeutet. Um anschließend verschiedenen Orchesterinstrumenten zuzuteilen. Sondern die Möglichkeiten der Instrumentation, um die Komposition zu Verfeinern, zu Vervollständigen oder zu Vollenden, auszuschöpfen.