Philipp Dangas "Luzider Traum"

Übungshinweis:
Lesen Sie zuerst die Partitur „stumm“, um die innere Vorstellungskraft zu entwickeln. Anschließend starten Sie die Tondatei und verfolgen sie dabei die Musik im Notenbild. Versuchen Sie an der richtigen Stelle, über das betätigen der Registerkarten, in das nächste Partiturbild zu wechseln.
Allgemeiner Hinweis:
Über das betätigen der Pfeiltasten Ihrer Tastatur können Sie die Partiturbilder wechseln. Zudem führen Sie die Maus über die eingerahmten Bereiche der Grafik, um weiterführende Informationen angezeigt zu bekommen.

Tondatei zur Partitur


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1.Beitrag zum Partiturbeispiel

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Luzider Traum
(Takt 1-8)
von Philipp Dangas

Die Instrumentation eines „Crescendos“

(Beitrag zum Analysepunkt 01)
Einführung

Ein „Crescendo“ erhält man durch gleichzeitige Anwendung dynamischer Anpassung der orchestralen Mittel und erhöhung der Anzahl teilnehmender Instrumente. Doch Beachten Sie, dass die unterschiedliche Laustärkemöglichkeiten der Instrumente eine einheitliche Dynamikangabe nicht möglich macht.

Analyse

Kommen wir nun zu diesem Beispiel: Es beginnt mit dem Halteton der Hörner. Einstimmig und ohne Rhythmus. Im darauf folgenden Takt (2) tretten weitere Instrumente im Satz hinzu. Es sind die Violoncelli. Trotzdem bleibt die Grundfarbe weiterhin erhalten.

Zwei Takte weiter (Takt 4) erfährt der Orchestersatz eine Erweiterung durch das hinzutreten der Fagotte. Infolge dessen gibt es minimale Änderungen. Die im Stakkato vorgetragene Linie der Fagotte, unterstützt rhythmisch die Pedalklänge der Hörner und der Celli. Zudem wird der metallische Klangcharakter vorbereitet.

Am Ende des 5 Taktes hören die Hörner auf zu spielen und im Anschluss daran spielen die Kontrabässe mit der 2.Cellogruppe ihren Part. Sie tragen ihn im Pizzikato bis zum Höhepunkt vor, welcher zu Beginn des 8 Taktes erreicht wird. Der Höhepunkt erfolgt ohne Tutti. Doch die Verdopplung des Haltetons der Hörner durch die Celli und die Hinzufügung der Fagotte bewirkt eine Zunahme der Dynamik.

Die Zunahme der Lautstärke durch Hinzufügen von Instrumenten wird mechanisches Crescendo genannt (und Leiserwerden durch Wegnahme von Instrumente mechanisches Decrescendo. ).

2.Beitrag zum Partiturbeispiel

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Luzider Traum
(Takt 9)
von Philipp Dangas

Konventionelle Instrumentation im "symphonischen Metal"

(Beitrag zum Analysepunkt 02)
Analyse

Betrachten wir erstmals, die 2 Gruppen der Blasinstrumente und deren Behandlung im Orchester. Sie bringen zunächst neue Klangfarben ins musikalische Geschehen, die in vielfacher Mischung mit den vorhandenen Klangfarben verwendet werden um letztendlich zur Realisierung des Klangcharakters beizutragen, welcher dem Heavy Metal Sound sehr nah kommen soll.

Das Horn (hier in Es-Stimmung) stellt dabei mit den Fagotten die wichtigsten Blasinstrumenten dar. Das Streichorchester wiederum, bildet den Kern des Instrumentariums. Doch jetzt zu grundlegendem, in Bezug auf die konventionelle Instrumentation im „symphonischen Heavy Metal“.

In meiner Musik werden Sie manchmal (wie in diesem Beispiel) einer dünnen Textur begegnen. Der Klangcharakter der dabei erzeugt wird, kann als homophon bezeichnet werden. Dies wird gewährleistet durch die Auswahl von Instrumenten die über eine hohe klangfarbliche Verwandtschaft verfügen. Vor allem durch minutiöse Aufmerksamkeit gegenüber aller Mittel der Instrumentation (Instrumententyp, Dynamik, Spieltechnik, Artikulation, Register und Lage).

Das heißt die richtige Auswahl und Kombinierung der genannten Mittel: So werden etwa die Lagen nicht überfüllt und es gibt keine Überlappungen zwischen Instrumenten, die nicht über die erforderliche klangfarbliche Verwandtschaft verfügen.

Wenn eine Gruppe eine dichte oder vielstimmige Textur hat, sind die anderen Gruppen auf ein Minimum reduziert.

Von essenzieler Wichtigkeit für die gelungene Übertragung eines Gitarrensatzes auf das Orchester (und damit gelungene Instrumentation), ist die Hinzufügung von Nebenelementen (siehe eingerahmte Note des Fagotts und des Horns in Takt 9). Über diese haben Sie die Möglichkeit die Komposition zu Verfeinern, zu Vervollständigen oder gar zu Vollenden.

Notiz

Die Hinzufügung von Nebenelementen ist ein gewichtiger Vorgang der konventionellen Instrumentation im symphonischen Heavy Metal und sollte dementsprechend ernst genommen werden.

3.Beitrag zum Partiturbeispiel

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Luzider Traum
(Takt 10)
von Philipp Dangas

Die Bedeutung von Pausen und Gründe der teilung einer Linie

(Beitrag zum Analysepunkt 03)
Grundlengendes

Beachten Sie beim Schreiben für Bläser, den Luftverbrauch und die Atmung als auch den spieltechnischen Aspekt. Ein gewichtiger Grund um die Bläser pausieren zu lassen, ist nämlich das Atmen der Spieler zu ermöglichen. Aber auch um Zunge, Kopf- und Genickmuskulatur entspannen zu können.

Die beim Spiel benötigte Luftmenge hängt dabei von mehreren Faktoren ab. Zudem ist es von essenzieller Wichtigkeit die Bläser öfters pausieren zu lassen, weil Instrumente mit obertonreichem Klang wie z.B Oboen, Trompeten und Posaunen bei ununterbrochenem Gebrauch auf das Ohr leicht ermüdend wirken können.

Notiz

In diesem Beispiel findet eine Trennung der Linie auf das 3. und 4.Horn statt (siehe eingerahmten Bereich „Analysepunkt 03“), aus spieltechnischen Gründen.

4.Beitrag zum Partiturbeispiel

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Luzider Traum
(Takt 11-15)
von Philipp Dangas

Kontrastbildung durch die Instrumentation

(Beitrag zum Analysepunkt 04)
Einführung

Eine schöne Verbindung von melodisch motivischer Technik und Farbmischung können Sie hier erkennen (Takt 11-14). Doch eines vorweg genommen und zwar dass ich die motivische Erfindung nicht an bestimmte Instrumentalfarben oder gar Instrumentaltechniken binde. Die Themata sind so gestaltet, dass sie von fast allen Instrumenten gespielt werden können.

Analyse

Doch kommen wir jetzt zum Partiturbeispiel: Im Takt 11 erhält das Kontrafagott (Takt 11-14/Analysepunkt 04a) eine eigene Linie in Form einer Nebenstimme und zudem hat der Takt Übergangsfunktion. Denn hier ändert sich minimal die Struktur des Satzes.

An Stelle der Hörner (Begleitung) sehen wir hier einen heterophonen Charakter. Das harmonische Element ist, durch das Weglassen der Hörner, stark reduziert. Das melodische Fragment in der Harfe (Takt 12+13+15/Analysepunkt 04b/04c) wird der Bassklarinette übergeben (Takt 14 Analysepunkt 04f) welche zum Englisch Horn weiter trägt (Takt 15/Analysepunkt 04e).

Ab Takt 11 sind die einzelnen Gruppen und ihre Farben nahezu völlig unabhängig voneinander. Dieses instrumentatorische Konzept wird weitergeführt und stiftet den gewünschten Kontrast. Die Streicher (Takt 14/Analysepunkt 04d) liefern dabei den Klangteppich mit einer reichen und aktiven Textur.

Ihre Grundfarbe, welche den Gesamtklangcharakter entscheidend mitprägt, vereint in sich verschiedene Farbvarianten. Sie kommen zustande durch die Verwendung verschiedener Spieltechniken und rhythmischer Muster. Aber auch der Registerwechsel trägt dazu bei.

Fazit:

Diese gelungene Kontrastbildung ist das Ergebnis der verschiedenen Instrumenten, Register, Artikulationen, Spieltechniken und Dynamikangaben. Und ohne dabei den Klangcharakter des „symphonischen Heavy Metals“ zu entfremden.