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Stimmenaufteilung (Divisi)

Allgemeines zur „Stimmenaufteilung“

Manchmal wird einer einzigen stimme ein zwei–, drei– oder mehrstimmiger Part vor­ge­schrie­ben. Den Angaben des Komponisten entsprechend wird die Gruppe auf diese Stimmen aufgeteilt. Nicht prinzipiell findet auch eine Teilung statt. Eine Teilung hat die schwächung der Klangkraft von Einzelnoten zu folge. Doch ist ein Klang mit besserer Intonation ist das Ergebnis.

Die Teilung setzt eine starke Be­setzung des Instrumentenapparats voraus. Nur dann ist auch genügend Wirkung erzielbar. Die durch die Teilungen erzielte Effekte sind dynami­scher oder klang­farblicher Art.





  • Möglichkeiten der Stimmenaufteilung

  • Div. (Divisi/Geteilt)
  • Gewöhnlich zwei, unter Umstände auch mehr Stimmen werden einzeln von den in Gruppen geteilten Spielern ausgeführt. Es gibt verschiedene Arten von Divisi zu notieren:
  • Beide Gruppen werden im gleichen System mit einem gemeinsamen Notenhals für beide Stimmen notiert. Dies ist möglich wenn der Rhythmus für beide Stimmen der gleiche bleibt. Es ist wichtig,das Divisi dort über das System zu schreiben, wo es tatsächlich beginnt:
  • Notensystem mit aufgeteilte Stimmen (1.Variante)
  • Beide Gruppen werden im gleichen System notiert, aber mit verschiedene Notenhälsen: Die Hälse der oberen Hälfte zeigen immer nach oben, die der unteren immer nach unten, unabhängig von der tatsächlichen Tonhöhe. Diese Art von Notation wird benutzt, wenn die beiden Stimmen unterschiedlichen Rhythmus und minimale bis gar keine aufweisen. Es ist anzuraten, aber nicht unbedingt notwendig, den Beginn der Unterteilung mit Divisi anzugeben:
  • Notensystem mit aufgeteilte Stimmen (2.Variante)
  • Zwei verschiedene Systeme, eines für jede Stimme: Diese Notation wird dann verwendet, wenn die Stimmen rhythmisch sehr unterschiedlich sind und/oder sich häufig kreuzen, was die Notation schwer lesbar machen würde. Divisi wird zwischen die Systeme geschrieben:
  • Notensystem mit aufgeteilte Stimmen (3.Variante)
  • Abwechselndes Divisi (Durchbrochene Arbeit/Splitting)
  • Diese Technik wird gewöhnlich angewandt, um komplizierte oder schwierig zu spielende Passagen innerhalb einer Stimme zu vereinfachen. Eine Gruppe beginnt auf der letzten Note der anderen Gruppe zu spielen, die dann pausiert. Dabei ist es wichtig, dass dieser Wechsel auf einem Schlag stattfindet:
  • Notensystem mit aufgeteilte Stimmen (4.Variante)
  • Div. a3
  • Eine dreistimmige Stelle oder ein Dreifachgriff wird aufgeteilt.
  • Notensystem mit aufgeteilte Stimmen (5.Variante)
  • Div. a4
  • entsprechend nur mit vierstimmigen Divisi bzw. Vierfachgriffen.
  • Notensystem mit aufgeteilte Stimmen (6.Variante)
  • Div. da legii
  • Pultweise geteilt. Jedes Pult erhält einen eigenen Part, der selbst wiederum -divisi- unterteilt werden kann.
  • Unis. (Unisono)
  • hebt alle Divisi-Vorschriften wieder auf.
  • Non div. (Non divisi/Nicht geteilt)
  • Oft fälschlich anstelle von Unisono verwendet; dieser Ausdruck sollte nur verwendet werden, wenn die Möglichkeit bestünde, geteilt zu spielen dies aber nicht erwünscht ist.
  • Die Hälfte (La Metà)
  • Die Hälfte der Stimmgruppe spielt (d.h. die Spieler, die außen sitzen).
  • Solostreicher
  • An manchen Stellen wird ein Soloinstrument gefordert. Solopassagen brauchen nicht unbedingt virtuos zu sein. Eine Solovioline wird vom Konzertmeister gespielt (z.B. Rimsky-Korsakow,Scheherazade). Stellen für zwei Solo werden entweder vom ersten Pult der I.Violinen oder vom Konzertmeister und vom Stimmführer der II.Violinen ausgeführt. Solobratschen-Stellen sind weniger häufig (z.B. Harold in Italien), wohingegen das Solocello öfter vorkommt (z.B. 2.Symphonie), der hingegen wieder selten (Mahler, 1.Symphonie). Auch Gruppen von Solostreichern werden in Orchesterwerken verwendet (z.B. 9.Symphonie Aus der Neuen Welt).
  • Tutti
  • alle (hebt La metà bzw. Solo wieder auf).